Die Meisterschule an der HTL Ortwein (Graz) wendet ein fallbasiertes, projektintegriertes Lernmodell an, das technische Fachkompetenz, wirtschaftliche Entscheidungsfindung und die reale Baupraxis miteinander verbindet. Anstelle eines überwiegend vorlesungsbasierten Unterrichts ist das Lernen um authentische Projektfälle herum strukturiert, die aus der aktuellen Holzbau- und Baupraxis stammen. Die Teilnehmenden analysieren, planen und lösen komplexe Aufgaben, die Entwurf, statisches Denken, Produktionsplanung und Baustellenkoordination miteinander verbinden.
Eine zentrale methodische Innovation ist die systematische Integration iterativer Problemlösungszyklen: Die Lernenden entwickeln Lösungen, erhalten Feedback von Experten und Gleichaltrigen, überarbeiten ihren Ansatz und begründen ihre Entscheidungen. Die Gruppenarbeit ist bewusst so gestaltet, dass sie professionelle Projektteams widerspiegelt, und fördert so Zusammenarbeit, Führungsqualitäten und Konfliktlösungsfähigkeiten.
Das Programm verbindet werkstattbasiertes Experimentieren mit digitalen Werkzeugen (z. B. CAD/CAM, digitale Planungsabläufe) und der Anwendung vor Ort und gewährleistet so einen kontinuierlichen Transfer zwischen Theorie und Praxis. Die leistungsbasierte Bewertung legt den Schwerpunkt auf nachweisbare Kompetenz in realistischen Szenarien statt auf rein theoretische Prüfungen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen werden reale Projektrahmenbedingungen, Kostenaspekte und Bauprozesse in die Lernumgebung eingebettet. Die Ortwein-Meisterschule stellt somit ein übertragbares Berufsbildungsmodell dar, das fallbasiertes Lernen, reflektierende Praxis und Branchenintegration kombiniert, um das fachliche Urteilsvermögen und die Arbeitsbereitschaft im Wohnungsbau zu stärken.
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Projektnummer:
101104680-HABITABLE-ERASMUS-EDU-2022-PEX-COVE